Schwangerschaft & HIV

HIV-Test in der Schwangerschaft

HIV-Infektionen bleiben oft jahrelang unbemerkt (siehe Infektionsverlauf). Jede schwangere Frau sollte sich deshalb einem HIV-Test unterziehen, um ein eventuelles Ansteckungsrisiko für das Kind zu erkennen und die mögliche Virusübertragung zu verhindern. Im Rahmen einer Schwangerschaft wird kein obligatorischer HIV-Test durchgeführt. Seit Ende 2007 sind die Ärzte im Zuge der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen jedoch verpflichtet, einen HIV-Test anzubieten. Die Testkosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Risiken HIV & Schwangerschaft

Im Mutterleib

Eine unbehandelte HIV-Infektion kann sich bereits in der Gebärmutter auf das ungeborene Kind übertragen. Nimmt die HIV-infizierte Schwangere möglichst frühzeitig antiretrovirale Medikamente, wird dieses Risiko sehr stark minimiert. Die Medikamente sind für den Säugling nicht gesundheitsschädlich.

Bei der Geburt
Wird die Infektion einer Mutter nicht behandelt, kann sich das Kind bei einer natürlichen Geburt durch Blut und Vaginalflüssigkeit mit dem HI-Virus anstecken. Bei medikamentös behandelten Müttern kann sich die Virenlast soweit verringern, dass das Infektionsrisiko für das Baby unter einem Prozent liegt.

Infektionsgefahr durch Muttermilch
Da das Virus auch mit der Muttermilch übertragen werden kann, sollten HIV-positive Mütter auf das Stillen verzichten. Unsere Stiftung finanziert für HIV-exponierte Babys bis zum Erreichen des 6. Lebensmonats die Babymilch, um das Übertragungsrisiko der Krankheit von der Mutter auf das Kind weiter zu minimieren. HIV-exponiert nennt man Kinder, bei denen noch unklar ist, ob sie sich bei ihrer Mutter mit dem HI-Virus angesteckt haben.

Wie geht es weiter?

Ist das Kind infiziert?
Nach der Geburt wird das Kind vorsorglich ca. einen Monat mit einem HIV-Medikament versorgt. Direkt nach der Geburt, sowie in der zweiten und sechsten Lebenswoche des Kindes, werden HIV-Tests durchgeführt. Sind diese negativ, ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich.

Letzte Gewissheit kann ein Test aber erst zwischen dem 18. und dem 24. Lebensmonat des Babys bringen.

Weitere Maßnahmen
Allgemein sollten Mutter und Kind während und nach der Schwangerschaft engmaschig ärztlich untersucht und medizinisch versorgt werden.

Direkthilfe

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